Ich bin abends total müde, aber mein Kopf hört nicht auf zu arbeiten
Kennst du das? Du liegst endlich im Bett. Der Tag war lang. Dein Körper sagt ganz klar: Feierabend.
Und dein Kopf? Der startet plötzlich eine Nachtschicht.
Einkauf vergessen. Gespräch von heute Morgen. Was morgen alles ansteht. Warum du komisch reagiert hast. Und ob du eigentlich jemals wieder richtig abschalten kannst.
Willkommen im Club der innerlich unruhigen Frauen.
Mit Kaffee kalt geworden. Mit Wäsche halb fertig. Mit dem Gefühl: Ich kann nicht mehr – aber Ruhe fühlt sich trotzdem unerreichbar an.
Setz dich kurz zu mir. Wirklich nur kurz.
Ich verspreche dir: Du brauchst kein neues Leben, keine Yogalehrer-Ausbildung und ganz sicher keine 60 Minuten Zeit, die du eh nicht hast.
👉 Du brauchst nur einen anderen Blick auf Entspannung.
Und den bekommst du jetzt.
Problem Nr. 1:
„Ich bin abends total müde, aber mein Kopf hört nicht auf zu arbeiten.“
Wenn ich dafür einen Euro bekommen hätte, jedes Mal wenn mir das eine Frau sagt …
Würde ich jetzt in einer Hängematte auf Bali liegen…
Aber Spaß beiseite.
Dieses Gefühl ist kein persönliches Versagen. Es ist logisch.
Warum dein Kopf abends erst richtig loslegt
Tagsüber funktionierst du.
Du regelst. Entscheidest. Reagierst. Denkst für andere mit.
Und irgendwann am Abend sagt dein Nervensystem:
„So. Jetzt hab ich Zeit. Lass uns das alles mal sortieren.“
Blöd nur, dass genau dann dein Körper schlafen will.
Das nennt sich übrigens kein „schlechter Umgang mit Stress“, sondern schlicht:
👉 Daueranspannung ohne Entladungsphase.
Und hier kommt der wichtigste Satz dieses Artikels. Wirklich. Merk dir den:
Entspannung ist kein Zeitproblem. Sie ist ein Übergangsproblem.
Der große Irrtum:
„Ich brauche mindestens eine Stunde Entspannung – sonst bringt das nichts.“
Nein.
Einfach nein.
Wenn das stimmen würde, wären 90 % aller Mamas hoffnungslos verloren.
Sind sie aber nicht.
Was dein Nervensystem wirklich braucht
Nicht viel.
Nicht perfekt.
Nicht lang.
Sondern:
- ein klares Signal
- einen bewussten Wechsel
- etwas, das deinen Kopf sanft beschäftigt, statt ihn leer machen zu wollen
Denn Spoiler:
👉 „Nicht denken“ funktioniert nicht.
Aber anders denken sehr wohl.
Hätte ich das mal früher gewusst …
… dann hätte ich mir so viele Abende gespart, an denen ich:
- erschöpft auf dem Sofa hing
- durch Instagram gescrollt habe
- danach noch müder war als vorher
- und mich gefragt habe, warum ich einfach nicht runterkomme
Was ich damals nicht wusste:
👉 Scrollen ist keine Entspannung.
👉 Grübeln ist keine Erholung.
👉 „Ich mach gleich noch schnell …“ ist der Tod jeder Abendruhe.
Was mir gefehlt hat, war ein Mini-Ritual, das:
- kurz ist
- machbar ist
- sich nicht nach zusätzlicher Aufgabe anfühlt
Und genau das gebe ich dir jetzt weiter.
🧠 Warum 5–10 Minuten wirklich reichen können
Dein Nervensystem reagiert nicht auf Dauer.
Es reagiert auf Qualität.
Ein bewusstes, ruhiges Tun von fünf Minuten kann mehr bewirken als:
- 60 Minuten halbherziges Yoga
- eine Netflix-Folge mit Handy in der Hand
- „Ich leg mich halt hin und denk weiter“
Der Schlüssel liegt in einer simplen Frage:
Was beschäftigt meinen Kopf, ohne ihn zu überfordern?
Drei Arten von Entspannung – und nur eine funktioniert abends wirklich gut
1. Passive Entspannung
Hinlegen. Nichts tun.
Klingt gut. Funktioniert aber nur, wenn du innerlich ruhig bist.
(Sind wir abends meistens nicht.)
2. Reizüberflutung
Handy. Serien. Social Media.
Fühlt sich kurz nach Ablenkung an.
Hinterlässt aber ein überreiztes Nervensystem.
3. Aktive, ruhige Beschäftigung
Und da sind wir endlich da, wo die Magie passiert.
✨ Die unterschätzte Königsdisziplin: ruhige Aktivität
Das sind Tätigkeiten, die:
- deine Hände beschäftigen
- deinen Kopf leicht fokussieren
- keinen Leistungsdruck haben
- jederzeit unterbrechbar sind
Zum Beispiel:
- Ausmalen
- ruhiges Zeichnen
- einfache Journaling-Fragen
- ein kleines Abendritual mit immer gleichen Schritten
Nicht, um etwas zu „leisten“.
Sondern um innerlich umzuschalten.
🧩 Mini-How-to: Dein 10-Minuten-Abend-Reset
Kein großes Konzept. Kein Perfektionismus.
Nur das hier:
Schritt 1: Gleiche Uhrzeit (ungefähr reicht)
Nicht exakt. Nicht dogmatisch.
Aber ähnlich. Dein Nervensystem liebt Wiederholung.
Schritt 2: Gleicher Ort
Sofa. Küchentisch. Bettkante.
Egal. Hauptsache: immer derselbe Platz.
Schritt 3: Eine ruhige Tätigkeit
Zum Beispiel:
- ein Ausmalbuch
- ein paar ruhige Linien zeichnen
- drei einfache Fragen aufschreiben
- eine feste Abfolge aus Tee machen, Kerze anzünden, 5 Minuten still sitzen
Schritt 4: Stopp nach 5–10 Minuten
Ja, wirklich.
Nicht „ach komm, noch schnell …“.
Du sollst nicht versinken, sondern umschalten.
Warum genau das wirkt (und nichts anderes)
Weil du deinem Gehirn sagst:
👉 „Ich bin sicher.“
👉 „Ich darf runterfahren.“
👉 „Es passiert nichts mehr heute.“
Und dein Körper hört zu.
Vielleicht nicht sofort. Aber zuverlässig.
Kleine Tools, große Wirkung
Manchmal hilft es, nicht lange nachzudenken, sondern einfach greifen zu können.
Hier ein paar Dinge, die sich im Alltag bewährt haben:
🎨 Ausmalbuch für Erwachsene
- keine Entscheidungen
- keine Vorbereitung
- sofortiger Fokus
- kein Vergleich, kein Anspruch
Sieh dir das Malbuch von Ruhe und Farbe* an, ich liebe einfach die „Wald Kollektion„*. Gönn dir einen Moment nur für dich. Öffne die erste Seite, atme – und lass die Farben dorthin fließen, wo Ruhe entstehen darf.
Ideal für Abende, an denen der Kopf voll ist.
✏️ Gute Stifte
- weiche Farben
- angenehmes Gefühl in der Hand
- nichts kratzt, nichts nervt
Zum Ausmalen nehme ich gerne die Stifte von Ohuhu*. Das schöne daran ist, dass jeder Farbe eine Nummer zugeordnet ist, so kannst du immer wieder die Passende Farbe zuordnen.
Unterschätzt, aber extrem beruhigend.
🕯️ Ein festes Abendritual-Objekt
Zum Beispiel:
- eine bestimmte Kerze
- eine kleine Schale
- ein Notizbuch nur für abends
In der kalten Jahreszeit mag ich am liebsten Kerzen* die schon in einem Glas sind und die einen Duft von Gemütlichkeit verbreiten. Wenn es draußen warm ist, habe ich am liebsten etwas frühlingsfrische als Kerzenduft*.
Dein Gehirn verknüpft das mit: Jetzt ist Schluss.
📘 Das SOS-Kit
Ich habe irgendwann gemerkt: Ich brauche nichts Großes, sondern etwas, das mich genau da abholt, wo ich abends stehe. Müde, voll im Kopf und ohne Energie für komplizierte Übungen.
Das SOS-Kit ist genau daraus entstanden – kurze Mini-Auszeiten, die auch dann funktionieren, wenn eigentlich nichts mehr geht.
Häufige Gedanken – und warum sie dich nicht aufhalten müssen
„Ich hab dafür abends keine Energie.“
→ Genau deshalb ist es kurz.
„Ich vergesse es sowieso.“
→ Leg dir das Material sichtbar hin.
„Ich bin zu unruhig dafür.“
→ Perfekt. Dann bist du genau richtig.
Mein Fazit für dich
Du bist nicht kaputt.
Du bist nicht unfähig zu entspannen.
Du hast nur gelernt, dass Entspannung kompliziert sein muss.
Muss sie nicht.
Manchmal reicht:
- ein Stift
- ein Blatt
- fünf Minuten
- und die Erlaubnis, nicht mehr zu funktionieren
Und wenn du heute Abend nur eins mitnimmst, dann bitte das:
👉 Du musst dein Leben nicht ändern – nur deinen Abend.
Und jetzt sag mir ehrlich:
Fünf Minuten schaffst du. 💛








